Grüne laden zum Fachgespräch in den Bundestag

Von Redaktion | Abgelegt unter Allgemein

LogoAm 21.05.2012 findet im Deutschen Bundestag von 15.00 bis 19.00 Uhr eine Diskussion zum Thema „Die Soziale Stadt – Das Bund-Länder-Programm und seine Impulse“ statt.

Achtung: Bis zum 15. Mai 2012 sollten Sie sich anmelden!

Bei der Veranstaltung sollen die Erfolge des bisherigen Programms beleuchtet und nach Möglichkeiten gesucht werden, wie man das Projekt wiederbeleben und weiterentwickeln kann.
Weiterhin soll auslotet werden, wie man die Erfahrungen aus dem Teilprogramm „Soziale Stadt“ für die zukünftige Städtebauförderung nutzen kann.

Weitere Informationen zur Veranstaltung und zur Anmeldung finden sich auf den Seiten der Grünen Bundestagsfraktion.

Text: Grünen-Bundestagsfraktion / bearb. Red. quartiersmanagement-berlin.de

Schreiben Sie den ersten Kommentar
Share this by email. Share on Facebook! Share on LinkedIn! Tweet this! RSS 2.0 TOP

Unter dem Motto “Viele Wege – ein gemeinsames Ziel” fand vom 21. bis 22.03.2012 im saarländischen Überherrn die siebte Konferenz der Integrationsminister/innen der Länder statt.

Bei der Veranstaltung ging es u. a. um die Zukunft des Teilprogrammes „Soziale Stadt“, zu dem auch das Quartiersmanagement gehört. Die politischen Expert/innen betonten in ihrem Beschluss, wie wichtig es ist, Stadtteile mit einem hohen Anteil von Migrantinnen und Migranten sowie Problemkieze zu fördern.

Im Beschluss forderten die Anwesenden den Bund auf, das Teilprogramm auszubauen und mit den nötigen finanziellen Mitteln auszustatten. Auch sollte er die Maßnahmen benennen, die geplant sind, um die wegfallenden Mittel der Städtebauförderung zu kompensieren.

Der Bund hatte in seinem „Nationalen Aktionsplan Integration 2011“ angekündigt, er wolle für 2012 Bundesmittel in Höhe von 40 Millionen Euro für ein weiterentwickeltes Teilprogramm „Soziale Stadt“ zur Verfügung stellen.

Die Beschlüsse der Konferenz wurden einstimmig gefällt. Bundeskanzlerin Angela Merkel betonte während der Abschluss-Pressekonferenz, dass sie nach diesem Beschluss das Teilprogramm „Soziale Stadt“ im Kabinett noch einmal überprüfen wird. Es wird sich zeigen, welche Auswirkungen das auf die Vollversammlung 2013 haben wird.

Hintergrund:

Die „Konferenz der für Integration zuständigen Ministerinnen und Minister/Senatorinnen und Senatoren der Länder“ koordiniert die Integrationspolitik der Länder und fördert den Austausch von Informationen und Erfahrungen.

Das gesamte Protokoll findet sich auf den Seiten der 7. Integrationsministerkonferenz.

Text: Integrationsministerkonferenz/ bearb. Red. Quartiersmanagement-berlin.de

Schreiben Sie den ersten Kommentar
Share this by email. Share on Facebook! Share on LinkedIn! Tweet this! RSS 2.0 TOP

Bis zum 30. Juni 2012 können Bewerber/innen Projekte einreichen, die zeigen, wie sozialen Konflikten innerhalb von Nachbarschaften sowie der sozialen Entmischung und krisenhaften Entwicklung von Wohnquartieren begegnet werden kann.

Der Preis ‘Soziale Stadt’ ist offen für alle Projekte und Akteure nicht nur in QM-Gebieten.

Um diesen innovativen integrativen Politikansatz zu unterstützen, lobt ein Bündnis von verschiedenen Verbänden alle zwei Jahre den bundesweiten Wettbewerb zum ‘Preis Soziale Stadt’ aus. Dazu gehören der Deutsche Städtetag, der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, die AWO Arbeiterwohlfahrt Bundesverband, der vhw Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung und die Schader-Stiftung. Der Deutsche Mieterbund ist in diesem Jahr zum ersten Mal Mit-Auslober.

Über 1.000 Projekte wurden seit dem Jahr 2000 eingereicht und publik gemacht. Die Wettbewerbsergebnisse bestätigen eindrucksvoll die Bedeutung des Programms ‘Soziale Stadt’.

Viele preisgekrönte Projekte haben gezeigt, dass die Verbindung von Städtebaumitteln und sozialen Maßnahmen gerade in benachteiligten Stadtteilen erfolgreiche Impulse gesetzt hat. So schreibt die “Süddetusche Zeitung” am 26.04.2012:

Das Besondere an der Förderung ist, dass bauliche (investive) und soziale (nicht-investive) Maßnahmen kombiniert werden. Auf diese Weise wurde beispielsweise in Würzburg ein leerstehendes Schwimmbad in einem Wohnblock in ein Bürgerbüro umgebaut. Oftmals erreichen diese Modellvorhaben besonders Menschen am Rand der Gesellschaft.

Mehr Infos zum Preis und zu den Bewerbungsdetails unter:
http://www.preis-soziale-stadt.de/

Schreiben Sie den ersten Kommentar
Share this by email. Share on Facebook! Share on LinkedIn! Tweet this! RSS 2.0 TOP

Interview mit dem Berliner Stadtentwicklungssenator Michael Müller zum Programm “Soziale Stadt”

Nach den massiven Kürzungen, die der Bund und CSU-Verkehrsminister Ramsauer 2010 beschlossen haben, ist die Zukunft des Programms “Soziale Stadt” alles andere als gesichert. Nach dem teilweisen Rückzug des Bundes aus der Finanzierung hat der Berliner Senat beschlossen, die fehlenden Bundesmittel durch Landesmittel zu ersetzen.
Bertram von Boxberg und Heide Rienits vom Quartiersrat des Berliner Quartiersmanagements Schöneberger Norden haben den Senator getroffen und mit ihm für die Quartiers-Zeitung „Schöneberger Morgen“ über seine Haltung zu dem Programm „Soziale Stadt“ gesprochen.

SchöMo:
Herr Senator Müller, welchen Stellenwert hat für Sie als Senator das Programm „Soziale Stadt“ und die damit verbundene Arbeit in den Quartieren?

Michael Müller:
Einen großen. Wir haben positive Entwicklungen durch diese Programme, durch das Quartiersmanagement, die Aktionsräume, und durch das viele bürgerschaftliche Engagement. Aber in einer Großstadt wie Berlin mit seiner sozialen Struktur kann man nicht sagen, jetzt ist es gut. Wir dürfen nicht nachlassen, sondern wollen möglichst dauerhaft solche Entwicklungen unterstützen und finanzieren. Das ist nicht leicht bei den finanziellen Voraussetzungen, die wir haben. Aber es ist nötig und es hat für mich einen hohen politischen Stellenwert.

SchöMo:
Wird es das Programm „Soziale Stadt“ in Berlin auch nach 2013/14 noch weiterhin geben?

Michael Müller:
Davon gehe ich aus. Das könnte dann vielleicht anders heißen. Aber dass wir Mittel dafür zur Verfügung stellen auch in den nächsten Haushaltsjahren, dass wir sie verstetigen und deutlich machen, wir wollen uns auch finanziell engagieren in den Quartieren, da bin ich sicher. Diese Programme leisten wertvolle Arbeit für unser Zusammenleben. Wir dürfen da nicht nachlassen in Berlin.

SchöMo:
Nun hat aber die Bundesregierung 2010 dem Programm „Soziale Stadt“ die Bundesmittel massiv gekürzt. 

Michael Müller:
Wir bedauern insgesamt in der Koalition, was sich da auf der Bundesebene tut. Es hat unter Schwarz-Gelb einen deutlichen Meinungsumschwung hin zu einer Kürzungspolitik in diesem Bereich gegeben. Insofern bin ich froh, dass es jetzt gelungen ist, die Programme in der rot-schwarzen Koalition abzusichern und entsprechend mit Landesmitteln gegenzufinanzieren. Das ist natürlich für uns eine finanzielle Kraftanstrengung. Aber sie ist politisch nötig, weil bedauerlicherweise in der Bundesregierung diesem Thema keine Priorität eingeräumt wird; und das halte ich gerade für die Städte für einen großen Fehler.

SchöMo:
Jetzt koalieren Sie in Berlin mit der CDU, die auf der Bundesebene dafür mitverantwortlich dafür ist, dass bei diesen Programmen massiv die Mittel gekürzt wurden. Wie kann das funktionieren?

Michael Müller:
Natürlich diskutieren wir das mit dem jetzigen Koalitionspartner. Es hat in den Koalitionsverhandlungen eine Rolle gespielt, genauso wie jetzt in den Haushaltsberatungen, wie wir solche Programme finanzieren. Die Berliner CDU blockiert das nicht, sondern macht diesen Weg auch frei, den wir in Berlin gehen. Ich hoffe sehr, dass sie auch auf Bundesebene möglichst für ein Umdenken ihrer Mutterpartei sorgen.

SchöMo:
Welche Themen halten Sie innerhalb des Programms „Soziale Stadt“ für besonders wichtig und notwendig?

Michael Müller:
Wenn ich eine soziale Situation insbesondere für Kinder und Jugendliche verändern will, wenn ich etwas ganz Besonders für Kinder mit Migrationshintergrund tun will, dann muss es über die Eltern laufen. Wir können sehr viel mit dem Programm machen, wir können sehr viel über Schule machen, wir können sehr viel über Geld machen. Aber irgendwann kommen Sie an einen Punkt am Nachmittag oder am Abend, wo jede Sozialarbeit und jede schulische Betreuung beendet ist und wo die Eltern es unterstützen müssen. Deshalb halte ich das für eines der ganz wichtigen herausragenden Themen, die Eltern mit in die Kinder- und Jugendarbeit einzubeziehen.

SchöMo:
Minister Ramsauer möchte, dass  die Bundesmittel für Stadtentwicklung eher für reine Bauprojekte eingesetzt  werden. Soziokulturelle Projekte dagegen möchte er eher weniger fördern.

Michael Müller:
Baupolitik kann ja auch Sozialpolitik sein. Man kann ein Quartier oder ein Wohnumfeld durch bauliche Maßnahmen so verändern, z.B. durch ein verändertes Sicherheitsgefühl, dass man dadurch auch eine andere Sozialstruktur in die Quartiere bekommt. Insofern will ich Minister Ramsauer dafür gar nicht mal schelten, dass er sagt, die Programme sollten dafür auch zur Verfügung stehen. Baupolitik spielt unter diesen Gesichtspunkten auch eine Rolle. Was ich für falsch halte, wäre ein gegeneinander Ausspielen: Wir fahren die Sozialarbeit zurück und gehen dann ausschließlich in Baupolitik. Beides als ergänzende Elemente zu sehen, dass muss kein Fehler sein.

SchöMo:
Die Hauptaufgabe in der Arbeit der Quartiersmanagements besteht darin, dass bestimmte Gebiete voran gebracht wird sollen, dass sie attraktiver werden. Liegt darin aber nicht auch eine Gefahr? Denn wenn dieses Ziel erreicht ist, steigen die Mieten, die Gefahr besteht, dass Menschen dann aus diesen Gebieten verdrängt wird. Stichwort „Gentrifizierung“. 

Michael Müller:
Man arbeitet für eine positive Entwicklung, will ein Quartier stabilisieren und letztlich eine soziale Durchmischung erhalten. Wir freuen uns also über Zuzug von Menschen, die Arbeit haben, besser verdienen, die sich im Kiez engagieren, und die ihre Kinder im Quartier zur Schule schicken. Alles das gehört mit dazu, wenn wir ein Quartier stabilisieren wollen. Das dann ausschließlich als eine Tendenz zu beschreiben, die zu verurteilen ist, das finde ich nicht ganz richtig. Gerade das ist ja wirklich nötig, wenn wir in Berlin überall auf diese soziale Durchmischung achten wollen. Und ich glaube, wir haben immer noch so viel bezahlbaren Wohnraum, dass wir doch allen auch das Passende bieten können.

SchöMo:
Sie setzen auf „soziale Durchmischung“. Wie aber können Sie verhindern, dass Menschen an den Stadtrand ziehen müssen, weil sie sich die Mieten in den Innenstadtbezirken nicht mehr leisten können?

Michael Müller:
Diese Tendenzen des Verdrängens an den Stadtrand zeigen sich momentan nicht. Und was hieße bei uns in Berlin denn Stadtrand? Wenn man es so formuliert, hat jeder gleich die seelenlosen Metropole vor Augen, wo Bettenburgen außen vor der Stadt Menschen aufnehmen, die in der Stadt keinen Wohnraum mehr finden.
Bei uns würde es bedeuten, dass man in den Nachbarbezirk zieht. Wer von Friedrichshain wegzieht, der zieht nach Steglitz, oder nach Tempelhof oder nach Lichtenberg, und hat die komplette Infrastruktur mit Gesundheitsquartieren, mit Schulen, mit Kitas, mit Arbeitsplätzen, mit Geschäftsstraßen usw.. Insofern haben wir durch unsere Bezirksstruktur in Berlin eine deutlich andere Situation als in anderen Städten.

SchöMo:
Ein ganz wichtiges Thema im letzten Wahlkampf zur Abgeordnetenhauswahl war die Mietenpolitik. Welche Bedeutung haben die landeseigenen Wohnungsunternehmen, wie Degewo oder Gewobag, wenn es darum geht, die enormen Mietsteigerungen in Berlin in den Griff zu bekommen?

Michael Müller:
Sie haben eine große Bedeutung! Sie sind ein wichtiges Instrument für uns in Berlin. Wir sind im Moment mit den Wohnungsbaugesellschaften in Verhandlung, wie sie zu einer neuen differenzierten Mietkalkulation kommen sollen. Außerdem handeln wir mit ihnen aus, wie wir sie beim Wohnungsneubau unterstützen können: Mit einer neuen Liegenschaftspolitik sollen sie günstiger oder sogar kostenlos an Grundstücke kommen. So können sie entsprechend billiger bauen und dann auch günstigere Mieten anbieten.

SchöMo:
Und ganz konkret: Würde der Senator die landeseigenen Wohnungsgesellschaften verpflichten, bei den Mietsteigerungen moderat zu sein?

Michael Müller:
Ja, darum geht es jetzt in unseren Gesprächen. Die Wohnungsbaugesellschaften sollen eben nicht mehr pauschal nach einem zulässigen Zeitraum in der zulässigen Höhe die Mieten für alle Mieterinnen und Mieter einer Gesellschaft erhöhen. Sondern wir wollen, dass sie genauer hingucken.
Natürlich muss eine Wohnungsbaugesellschaft auch wirtschaftlich arbeiten können, also auch die Chance haben, in Beständen, wo sie eine entsprechende soziale Struktur hat, die Mieten nach Mietspiegel zu erhöhen.
Aber die Gesellschaften sollen in Zukunft eben genau schauen, wem kann sie wie viel auch abverlangen. Und da, wo die Grenzen der Belastbarkeit für Mieterinnen und Mieter erreicht sind, muss es individuell Gespräche geben, ob man nicht vielleicht auch auf Mieterhöhungen verzichtet. Denn wir wollen diese soziale Durchmischung in einem Quartier: Menschen, die eine höhere Miete zahlen können, andere Menschen, die es nicht können – und trotzdem wohnt man zusammen.

SchöMo:
Ein ganz wichtiger Bestandteil des Programms „Soziale Stadt“ ist ja die Bürgerbeteiligung, die durch die Arbeit der Quartiersräte sicher gestellt wird. Wie bewerten Sie deren Arbeit?

Michael Müller:
Wir haben über das Quartiersmanagement und die Quartiersbeiräte eine Organisation geschaffen, die sich ganz handfest mit einer Situation vor Ort in einem Quartier auseinander setzt. Sie können an Lösungsvorschlägen arbeitet, die die Bürgerinnen und Bürger mit einbeziehen. Ich finde, das ist ein guter und erfolgreicher Ansatz.

SchöMo:
Wie möchten Sie die Arbeit der Quartiersräte als Senator unterstützen?

Michael Müller:
Das Wichtige ist, eine gute Vernetzung untereinander sicher zu stellen, aber auch zwischen Quartieren, Bezirken und Land. So können wir miteinander und voneinander lernen und schaffen einen direkten Austausch zwischen den Ebenen. Die ungünstigste Situation wäre doch, dass die Quartiere und Bezirke für sich arbeiten, während die Landesebene etwas ganz anderes beschließt.

SchöMo:
Wo sehen Sie die Grenzen für diese Art von Bürgerbeteiligung, wie sie durch die Quartiersräte praktiziert wird?

Michael Müller:
Bürgerbeteiligung und Partizipation sind für mich ein ganz wichtiges, Instrument. Die Beteiligung sollte allerdings immer eine Ergänzung sein zur parlamentarischen Demokratie und nicht diese ersetzen.
Das Parlament sichert ja auch einen Kompromiss zu und den Ausgleich von Interessen. Das tun auch die Bezirksverordneten in der Bezirksverordnetenversammlung. Dieses System möchte ich nicht aushebeln über neue Strukturen.
Ich finde das also gut, dass die Bürgerinnen und Bürger die Arbeit der Parlamente ergänzen, zum Beispiel mit einem Bürgerhaushalt. Es gibt inzwischen auch die Bürgerfragestunden, was in meiner BVV-Zeit noch weit entfernt war. Inzwischen gibt es viele Möglichkeiten und ich finde es gut.

SchöMo:
Herr Senator Müller, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Text: Bertram von Boxberg

Infos zum Quartiersmanagement Schöneberger Norden

Schreiben Sie den ersten Kommentar
Share this by email. Share on Facebook! Share on LinkedIn! Tweet this! RSS 2.0 TOP

Internationalen Fachkonferenz des EU-Projekt CURE analysiert Fallbeispiele

Rund 100 Fachleute und Experten trafen sich am 28./29. März in Essen zu einer ersten internationalen Fachkonferenz im Rahmen des EU-Projektes CURE. An dem Programm zur Erforschung kreativer Stadterneuerung beteiligen sich neben Projekten aus Colchester (England), Edinburg (Schottland), Lille (Frankreich) und Brügge (Belgien) auch drei Fallbeispiele aus der Metropole Ruhr: Das Kreativ.Quartier Lohberg in Dinslaken, die Elbershallen in Hagen und die Scheidt´schen Hallen in Essen-Kettwig.
Untersucht und überprüft werden innerhalb von drei Jahre, Indikatoren und Faktoren für die erfolgreiche Neubelebung von strukturschwachen Stadtteilen, Straßenzügen und stillgelegten Produktionsstätten durch kreativwirtschaftliche Impulse. “Wenn wir die Kreativwirtschaft besser in die Stadtplanung integrieren”, so CURE-Projektleiter Dr. Christian Schmidt, Erster Beigeordneter der Stadt Hagen, „werden auch ihre wichtigen Impulse für die Stadtentwicklung deutlicher”. Gemeinsam mit Heinz Schnetger, Entwickler des Kreativquartiers Scheidt’schen Hallen in Essen-Kettwig hatte er zu der hochrangig besetzten Fachtagung eingeladen. Neben Delegierte der internationalen Projektpartner, Wissenschaftlern, Künstlern und Kreativen, nahmen auch der EU-Abgeordneten Jens Geier, sowie zahlreiche Vertreter aus Ministerien, Verbänden, Wirtschaftsförderungsgesellschaften, Stadt- und Regionalplanung an der Fachtagung teil. “Ich bin der festen Überzeugung, dass sich spezielle Arbeitsumfelder der im Kreativbereich tätigen Menschen und im Umbruch befindliche Stadtquartiere unter bestimmten Voraussetzungen gegenseitig positiv beeinflussen können”, so Heinz Schnetger, “Das Projekt CURE wird wichtige Indikatoren dafür liefern, welche Voraussetzungen das sind”.

Den Zwischenstand der wissenschaftliche Begleitforschung präsentierte zur Halbzeit-Konferenz, Dr. Giep Hagoort, Professor an der Hogeschool voor de Kunsten in Utrecht. Der Fokus der Untersuchung liegt auf Indikatoren, die auf lokale, nationale und internationale Relevanz geprüft werden und als Model und europäische Blaupause, die Wirkmöglichkeiten der Kreativwirtschaft für eine nachhaltige Entwicklung von Stadt und Region definieren sollen. Der sogenannte Kreativ-Zone-Innovator (CZI) zielt darauf ab, vier Erfolgsfaktoren zu etablieren: Den “Flow of Diversity“, das heißt den natürlichen Fluss von Aktivitäten, Akteure und Ereignissen, das “Learning Lab”, die Bereitschaft aller Akteure sich weiter zu entwickeln und zu professionalisieren, eine strukturierte Wertschöpfungskette “Supply Chain”, mit einer Vernetzung von Produktion, Vertrieb, Logistik und Verkauf und die Entwicklung tragfähiger Geschäftsmodelle, das “Cultural Business Modelling”. Vor allem aber müsse bedacht werden, das Kreative, Kunsthandwerker, Designer und Künstler alternative Netzwerk- und Finanzierungsstrukturen benötigen, um eine erfolgreiche nachhaltige, unternehmerische Entwicklung zu beschleunigen. Mit Nachdruck warnte Dr. Hans Mommaas, Professor an der Tilburg University in seinem Vortrag davor, Kreative zu instrumentalisieren, allein die Wertsteigerung der Immobilien zu befördern, um sie später gegen finanziell unabhängige Nachmieter auszutauschen.

Ein begleitender Projektmarkt mit Best-Practise Beispielen aus europäischen Kreativ-Quartieren und ein CURE-Workshop bildete den Rahmen für die erste internationale Fachkonferenz. Weitere Begegnungen auf europäischer Ebene sind geplant. Die nächste Fachkonferenz ist im Frühjahr 2013 in London und die abschließende Ergebnispräsentation im Dezember 2013 in Hagen.
Weitere Infos: www.cure-web.eu

Kontakt: Projektkoordination, Meike Sturm, cep sturm, Tel. +49(0)201 47 40 12 38,
E-Mail: meike@cep-sturm.de

Schreiben Sie den ersten Kommentar
Share this by email. Share on Facebook! Share on LinkedIn! Tweet this! RSS 2.0 TOP

Aufruf des Bündnisses für eine Soziale Stadt

Von Redaktion | Abgelegt unter Allgemein

Vor mehr als einem Jahr wurde anlässlich der Verleihung des „Preises Soziale Stadt” zum Bündnis für eine Soziale Stadt aufgerufen. Hintergrund war die radikale Kürzung der Mittel für das Programm “Soziale Stadt”, die nicht widerspruchslos hingenommen werden sollte. Seither haben sich mehr als 300 Partner dem Bündnis angeschlossen, viele regionale Initiativen sind entstanden.
Die sozialen Probleme in den Stadt- und Wohnquartieren werden sich in den nächsten Jahren verstärken, weil viele über mehrere Jahre angelegte städtebaulich, sozial-, bildungs- und arbeitsmarktpolitisch integrierte Maßnahmen auslaufen und neue kaum noch finanziert werden können.
Die radikale Kürzung des Programms im Jahr 2011 hat dessen integrativen Ansatz geschwächt, Kernanliegen und Erfolgsgarantie sind nur noch eingeschränkt zugelassen. Das bedeutet faktisch das Aus für das Soziale im Programm “Soziale Stadt”. Die Initiatoren des Bündnisses für eine Soziale Stadt haben gemeinsam mit ihren Partnern mit vielfältigen Initiativen die Bundesregierung aufgefordert, die Kürzungen im Haushaltsansatz für 2012 wieder zurückzunehmen.
In unserer sozial immer stärker differenzierten Gesellschaft geht es mehr denn je darum, das Zusammenleben der Menschen in ihren Nachbarschaften zu unterstützen und Konflikte innerhalb der Wohn- und Stadtquartiere friedlich zu bewältigen.

Preis Soziale Stadt 2012
Mit dem siebten Wettbewerb zum “Preis Soziale Stadt 2012″ bekommen Bewohner/innen und Akteure die Möglichkeit, ihre Erfahrungen bei der Unterstützung des Miteinanders der verschiedenen Gruppen von Stadtbewohnern bekannt zu machen. Gefragt sind Projekte, die zeigen, wie sozialen Konflikten innerhalb von Nachbarschaften und wie der sozialen Entmischung und krisenhaften Entwicklung von Wohnquartieren begegnet werden kann und wie Integrationserfolge nachhaltig gesichert werden können.

Der Wettbewerb ist offen für alle Bewohner/innen, Projekte und Akteure im Quartier und nicht auf die Gebiete des Programms “Soziale Stadt” beschränkt. Initiativen außerhalb der Fördergebiete werden ausdrücklich zur Teilnahme ermutigt. Bewerben können sich auch Projekte, die an früheren Wettbewerben teilgenommen haben, wenn ihre Verstetigung gelungen ist oder neue Aspekte den bisherigen Projektansatz erweitert haben.
Die Bewerbungsunterlagen müssen bis zum 30. Juni 2012 an die Geschäftsstelle des Wettbewerbs eingereicht werden:
vhw – Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung e. V.
Fritschestraße 27/28, 10585 Berlin
Telefon: 030-390473-130

Weitere Infos: www.preis-soziale-stadt.de

Schreiben Sie den ersten Kommentar
Share this by email. Share on Facebook! Share on LinkedIn! Tweet this! RSS 2.0 TOP

365 Meter gestrickte Solidarität

Von Redaktion | Abgelegt unter Allgemein

Am 16. März war es soweit. Ein 365 Meter langer Schal aus Strickstücken umrundete mehr als einmal das Gelände um den Südringtreff in Hattersheim. Heike Bülter und Eberhard Roth vom Stadtteilbüro waren überwältigt: „Das hatten wir uns im Traum nicht ausgemalt.” Und auch die rund 200 Unterstützer der Aktion, die zum Strickmob gekommen waren, kamen aus dem Staunen nicht mehr raus.

Seit Anfang Februar, als Bürgermeisterin Antje Köster zu der Aktion aufgerufen hatte, hatten sich an denen mehr als 70 Einzelpersonen und Gruppierungen von der Idee anstecken lassen. Sie lieferten entweder bunte Strickstücke oder spendeten Wolle bzw. Stricknadeln. So war ein beeindruckendes Symbol für den Erhalt des Stadtteilbüros und die Fortführung der Gemeinwesenarbeit in der Hattersheimer Siedlung entstanden.

Von der pfiffigen Aktion hatten sich deutlich mehr Menschen anstecken lassen als erwartet, darunter Bewohner/innen der Siedlung, Mitglieder von Parteien, Mitarbeiter/innen der Hawobau und der Stadtverwaltung sowie Vertreter/innen von zahlreichen städtischen Einrichtungen. Hinzu kamen gestrickte Beiträge aus Hofheim, das neben Hattersheim die einzige Kommune im Main-Taunus-Kreis ist, die am Förderprogramm Soziale Stadt beteiligt ist.
„Ein solches Signal kann von den Entscheidungsträgern in Sachen Soziale Stadt nicht beiseite gewischt werden“, war sich Heike Bülter sicher.
Tatsächlich waren die angereisten Partner aus dem „Bündnis für eine Soziale Stadt in Hessen“ und die politischen Vertreter der Landtagsfraktionen durchaus beeindruckt von dem großartigen Hattersheimer Bekenntnis für das Programm Soziale Stadt und das Quartiersmanagement.

Zur Podiumsdiskussion im Südringtreff über die Zukunft des Sozialen-Stadt-Programms hatte Bürgermeisterin Antje Köster eingeladen. Kontroversen gab es zu der Frage, welche Möglichkeiten Hattersheim mit Auslaufen des Förderprogramms noch habe. Die Vertreter der Landesregierung beschränkten sich darauf, auf die bisherigen Zuschüsse und die Laufzeitbegrenzung des Programms hinzuweisen. Die Vertreterinnen und Vertreter der Oppositionsparteien forderten hingegen größere Anstrengungen von Land und Bund für eine dauerhafte Förderung der sozialen Arbeit in Stadtteilen mit besonderem Entwicklungsbedarf, die auch über das Förderprogramm hinausgehen.

„Das Projekt ist trotz des sichtbaren Erfolgs auf ehrenamtlichen Füßen nicht weiterzuführen“, erklärte die Hattersheimer Bürgermeisterin und ergänzte: „Auch wenn wir eine Nachhaltigkeitserklärung unterschrieben haben, können wir ein professionelles Quartiersmanagement nicht alleine stemmen.“ Ihre abschließende Forderung: „Der Status der Sozialen Stadt muss auch für sogenannte ausgeförderte Standorte erhalten bleiben, damit die Möglichkeit besteht, weiter von Fördermitteln verschiedener Programme und Fördertöpfe zu profitieren.
Ein Filmbericht über die Hattersheimer Strickmob-Aktion ist ab dem 26. März im Hattersheim TV unter www.kanalvier.de zu sehen.

Schreiben Sie den ersten Kommentar
Share this by email. Share on Facebook! Share on LinkedIn! Tweet this! RSS 2.0 TOP

Der Kulturelle Bildungsverbund Pankstraße ist eine modellhafte Kooperation des Berliner Bezirks Mitte zur nachhaltigen Verankerung von kulturellen Bildungsangeboten bei Kindern und Jugendlichen. Die Schwerpunkte sind Darstellendes Spiel und Musik.
Beteiligt sind Kindertagesstätten, Grundschulen und Sekundarschulen, sowie das Kinder- und Jugendkunsthaus Schönwalder Straße. Ebenso einbezogen ist das Amt für Weiterbildung und Kultur mit seinen Fachbereichen Kunst und Kultur, Bibliotheken, Musikschule und Volkshochschule.
 
Der Kulturelle Bildungsverbund Pankstraße im Bezirksteil Wedding veranstaltet am 29. März 2012 um 14.00 Uhr eine Präsentation seiner Arbeit. In einer anschließenden Fachgesprächsrunde soll unter dem Titel “Kulturelle Bildung, Sozialraumorientierung und Stadtentwicklung” diskutiert werden, wie erfolgreiche Modellprojekte wie der Kulturelle Bildungsverbund Pankstraße verstetigt werden können.
Der fachliche Austausch wird unter der Moderation von Frau Susanne Walz, Geschäftsführerin der LIST GmbH, erfolgen.
Ort: Wedding-Schule, Antonstraße 10, 13347 Berlin
Das Quartiersmanagement Pankstraße wird aus dem Programm Soziale Stadt initiiert und fördert den Kulturellen Bildungsverbund Pankstraße von 2010 bis 2012.

Schreiben Sie den ersten Kommentar
Share this by email. Share on Facebook! Share on LinkedIn! Tweet this! RSS 2.0 TOP

Berlins neuer Senator für Stadtentwicklung und Umwelt: Michael Müller

Seit Dezember 2011 hat Berlin einen neuen Senator für Stadtentwicklung und Umwelt: Michael Müller war elf Jahre lang Vorsitzender der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus, seit 2004 ist er Landeschef der SPD.

Herr Senator Müller, die rot-schwarze Berliner Regierungskoalition will das Programm Soziale Stadt bis 2016 fortsetzen. Die Bundesregierung sieht das jedoch anders, sie hat ihre Zuschüsse drastisch gekürzt. Was ist für Sie als Stadtentwicklungssenator der entscheidende Grund, das Programm fortzuführen?

Die Städtebauförderung ist vor über 40 Jahren damit gestartet, drängende stadtentwicklungspolitische Themen zu benennen, die nur im Rahmen einer gemeinsamen Initiative von Bund, Ländern und Kommunen bewältigt werden können.

Ich bedaure es sehr, dass sich der Bund in den letzten Jahren von diesem Grundgedanken verabschiedet hat. Die Aufgabe, den sozialen Zusammenhalt in den Städten und Gemeinden zu stärken, ist ihm offensichtlich völlig aus dem Blick geraten. Anders sind die Absenkungen des Programmvolumens der Bundesfinanzhilfen auf unter ein Drittel des ursprünglichen Programms nicht zu erklären. Es war eine breite Front an Fürsprechern, die das Programm Soziale Stadt in seiner notwendigen Ausstattung erhalten wollten und es freut mich, dass wir gerade auch in Berlin, zusammen mit den Menschen in den Kiezen und unseren Quartiersmanagern ein so breites Bündnis für den Erhalt des Programms auf die Beine stellen konnten. Dieser Widerstand führte beim Bund zu einem zaghaften Zugeständnis.

Dies ist ein kleiner Erfolg und ich danke noch einmal ausdrücklich all denen, die diesen Protest gegen eine verfehlte Politik im Bereich der Sozialen Stadt mit unterstützten. Wir hier in Berlin brauchen das Programm Soziale Stadt. Wir finanzieren daraus das Berliner Quartiersmanagement und dieser Ansatz hat sich in den letzten 13 Jahren als erfolgreiche Strategie zur Stabilisierung sozial benachteiligter Stadtteile bewährt.

Ab 2014 startet die neue Strukturfondsperiode des EFRE. Der EFRE steuert immerhin 50% der Quartiersmanagement-Mittel bei. Wird es Berlin gelingen, in gleicher Höhe wie bislang diese Mittel zu nutzen?

Mein Anliegen ist, dass Berlin in der Förderperiode ab 2014 in gleicher Höhe von den EU-Strukturfonds profitieren kann. In der aktuellen Förderperiode, die im nächsten Jahr endet, waren es immerhin 144 Mio. €, die wir zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts einsetzen konnten. Deshalb habe ich mich gefreut, dass die Entwürfe für die Verordnungen auch in Zukunft die Förderung städtischer Gebiete vorsehen. Allerdings gibt es noch viele Diskussionen im Detail und wir stehen erst am Beginn eines längeren Aushandlungsprozesses. Ich selbst werde mit meinem Haus alle Möglichkeiten nutzen und in die Debatte eingreifen, so dass die Berliner Quartiere auch ab 2014 aus europäischen Mitteln unterstützt werden.

Was glauben Sie, haben knapp 13 Jahre Quartiersmanagement Berlin gebracht?

In der Stadt entwickelten sich in den letzten Jahren Stadtteile mit schlechter werdenden sozialen Bedingungen. Dort haben wir Quartiersmanagement eingeführt. Die daraus entstandenen Netzwerke und das Verantwortungsgefühl in den Kiezen trugen dazu bei, dass sich die Situation trotz der schwierigen sozialen Situation stabilisierte.

In der Verwaltung werden zudem Probleme nicht isoliert aus einer Fachzuständigkeit heraus betrachtet, sondern über Verwaltungsgrenzen hinweg wird die Zusammenarbeit zur Lösung von Problemen im Kiez organisiert. Die erreichten Arbeitsstrukturen in den Bezirken stimmen mich optimistisch, dass im Sinne einer fachübergreifenden Zusammenarbeit schon viel erreicht ist. Ein zentrales Anliegen des Quartiermanagements ist die Hilfe zur Selbsthilfe – also die Mobilisierung der Menschen im Kiez, sich selbst zu engagieren. In Berlin haben sich u.a. dazu die Quartiersräte herausgebildet.

Die Koalition hat vereinbart, „das Berliner Quartiersmanagement im bisherigen Umfang und der bisherigen finanziellen Ausstattung fortzuführen und entsprechende Landesmittel bereitzustellen“. Können Sie das im kommenden Haushalt 2012/13 gewährleisten?

Der Senat hat einen Haushaltsentwurf in die Beratungen des Abgeordnetenhauses eingebracht, der 15,4 Mio. € pro Jahr an Projektmitteln für das Programm Soziale Stadt und Maßnahmen in den Aktionsräumen Plus vorsieht. Das entspricht etwa dem Niveau des Programms im Jahr 2009. Hinzu kommen die Mittel zur Finanzierung der QM-Teams. Beschließt das Abgeordnetenhaus wie im Entwurf vorgesehen, ist die Fortführung gesichert.

Die Beteiligung von Bewohnern im Rahmen von Quartiersräten und -jurys bei der Vergabe von Projektförderungen ist ein wesentliches Merkmal des Erfolgs des Berliner Quartiersmanagements. Halten Sie an diesen Mitbestimmungsmöglichkeiten fest und werden Sie solch effektive Beteiligung auch auf andere Stadtentwicklungsbereiche ausweiten?

Die Stärke des Quartiersmanagements besteht darin, Nachbarn, Kiezeinrichtungen, Verwaltung, Vereine bis hin zu Religionsgemeinschaften für ein gemeinsames Ziel zu begeistern. Mit den Quartiersräten geben wir dem Stadtteil einen Ort, wo die gemeinsamen Ziele beraten und diskutiert werden. Im Quartiersmanagement betrachten wir Netzwerke und Geld als gleichwertige Ressourcen. In den Quartiersräten wird beides zusammengeführt. Solange die Quartiersräte dazu beitragen, an der Entstehung solidarischer Stadtteile mitzuwirken, bilden sie einen unverzichtbaren Bestandteil des Verfahrens. Die Räte können in der bezirklichen Arbeit die vorhandenen Formen der demokratischen Mitbestimmung ergänzen.

Sie wollen „Quartiere, die sich konsolidiert haben, in die Regelbetreuung kommunaler Daseinsvorsorge überführen“. Gibt es dafür bereits konkrete Pläne? Und wird im Gegenzug Quartiersmanagement zukünftig auch in weiteren prekären Nachbarschaften eingesetzt werden?

Meine Verwaltung hat ein sehr effizientes System zur Beobachtung der sozialökonomischen Entwicklung der Stadtteile Berlins entwickelt. Dies lieferte uns Aussagen über die sozialstrukturelle Zusammensetzung der Berliner Stadtteile und eine grobe Einschätzung der Entwicklung der Kieze. Sofern wir feststellen, dass das Miteinander im Kiez aus eigener Kraft nicht ausreicht, um eine gleichwertige Entwicklung des Stadtteils zu gewährleisten, richten wir ein Quartiersmanagement ein. In der Koalitionsvereinbarung ist verabredet, dass wir die laufenden Gebiete dahingehend untersuchen, ob sie noch weiterhin dieses Instrumentes bedürfen. Wo wir feststellen, dass ein ausreichendes Maß an sozialen Kontakten und institutionalisierter Zusammenarbeit im Sinne eines solidarischen Gemeinwesens initiiert werden konnte, werden wir im Rahmen eines angemessenen Zeitraumes die Reduzierung unserer Intervention im Stadtteil vorbereiten.

Wir werden dann auch prüfen, ob und wo die dabei frei werdenden Ressourcen einzusetzen sind – wo also Hilfe zur Selbsthilfe durch das Berliner Quartiersmanagement erforderlich ist. Entscheidungen darüber sind bisher nicht getroffen und müssen nun sachlich fundiert vorbereitet werden, so wie in der Koalitionsvereinbarung verabredet.

In der Koalitionsvereinbarung für 2011 bis 2016 heißt es, dass “Stadtteilzentren, Nachbarschaftszentren und QM bewährte Träger der sozialen Arbeit in den Kiezen” seien und dass dieses Konzept “unter Überprüfung seiner Wirksamkeit” weiterentwickelt werden solle. Wie soll diese Überprüfung konkret aussehen?

Nach 13 Jahren Berliner Quartiersmanagement ist es notwendig, die Frage zu beantworten, was hat es gebracht und welche Elemente der Strategie sind für den Erfolg verantwortlich. Dies sollte im Rahmen einer Programmevaluation erfolgen. Es erscheint mir sinnvoll, in den zentralen Handlungsfeldern zu prüfen, welche Verbesserungen durch das Programm erreicht wurden. Parallel sollen Verfahrensvereinfachungen sowie Verbesserungen der Programmstrukturen geprüft werden. Wir werden auch prüfen, was bei der baulichen Aufwertung und Stärkung der Infrastruktur sowie hinsichtlich der fachübergreifenden Zusammenarbeit in den Bezirken erreicht wurde. Dies wird eine gute Grundlage für die Weiterentwicklung bilden. Das Berliner Quartiersmanagement ist ein Maßnahmenkonzept der Sozialen Stadt und dort wo es nötig ist, werden wir die Struktur neu ausrichten und die erfolgreichen Elemente stärken.

Im Zuge der Debatte von Gentrifizierung in Nord-Neukölln ist immer wieder von steigenden Mieten die Rede, die zu Verdrängung von Bewohnern führen. Welche Möglichkeiten hat der Berliner Senat, gegen Mietsteigerung vorzugehen?

Um die Mietentwicklung zu dämpfen, veröffentlicht die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt alle zwei Jahre einen neuen Berliner Mietspiegel. Damit wird verhindert, dass Mieterhöhungen über das ortsübliche Mietniveau hinaus von Vermietern durchgesetzt werden können. Daneben setzt sich der Senat für eine Verbesserung des bundeseinheitlichen Mietrechts für nicht preisgebundene Wohnungen ein. Zur Verbesserung des Mieterschutzes hat Berlin eine Mietrechtsinitiative im Bundesrat eingebracht. Die wichtigsten Punkte dieser Mietrechtsinitiative sind:

  • Der Umfang allgemeiner Mieterhöhungen bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete soll verringert werden (von bis zu 20 % innerhalb von drei Jahren, 15 % innerhalb von vier Jahren)
  • Die Mieterhöhung bei Modernisierung soll von 11 % der für die Wohnung aufgewandten Kosten auf 9 % jährlich abgesenkt werden.
  • Der Tatbestand der Mietpreisüberhöhung soll zukünftig unterhalb der Ebene Gemeinde kleinräumig gewürdigt und verfolgt werden können. Bisher ist entsprechend dem Wirtschaftsstrafgesetz ein geringes Wohnungsangebot in der ganzen Gemeinde (Berlin) Voraussetzung für die Verfolgung von Mietpreisüberhöhungen.

Die Presse berichtet von einer Verdrängung aus Nord-Neukölln. Was ist mit der sozial schwächeren Bevölkerung, wie wird sie bei der Stadtentwicklung berücksichtigt?

Das Thema ist mir zu wichtig, als dass ich mich daran beteiligen würde, in der Mietenfrage Ängste zu schüren. Etwas mehr Sachlichkeit in der Diskussion darüber kann uns helfen, die tatsächlichen Probleme zu benennen und gezielt dagegen Maßnahmen durchzusetzen. Die Ergebnisse einer Untersuchung für den Neuköllner Norden im vergangenen Jahr durch meine Verwaltung zeigen mir, dass wir nicht nur in schwarz und weiß denken dürfen. Bis vor kurzem problematisierte die Presse noch sehr eindringlich die Gefahr der Verslumung Nord-Neuköllns. Heute finden Sie Berichte, die von einer ungezügelten baulichen Aufwertung und Verdrängung der Gebietsbevölkerung reden. Zwischen beiden Sichtweisen liegen nur wenige Monate. Unsere Forschungsergebnisse zeigen, dass wir wohl eher von einer geglückten Stabilisierung reden können. Der Zu- und Fortzug in die und aus den Gebieten ist nun nicht mehr dadurch gekennzeichnet, dass zunehmend Besserverdienende den Kiez verlassen. Es kommt viel mehr zu einer sozial ausgeglichenen Bevölkerungsentwicklung.

Wie kann es der Berliner Regierung gelingen, die Bundesregierung von der Wichtigkeit des Programms Soziale Stadt zu überzeugen?

Wenn die Bundesregierung nicht länger ihrer Wirklichkeitsverweigerung folgt, könnte sie auch selbst zu dem Ergebnis kommen, dass es ein Fehler war, Hand an die Soziale Stadt anzulegen. Ob sie allerdings noch die Kraft findet, den falschen Kurs zu korrigieren bezweifle ich. So gesehen ist diese Überzeugungsarbeit schon fast hinfällig. Auch für die Städtebauförderung 2012 gilt, dass der Bund das Programm zwar fortführt, aber in reduzierter und eingeschränkter Form, also mit wenig Geld und einer einseitigen, baulichen Ausrichtung. Das Verhalten der Bundesregierung in dieser Frage erscheint mir widersprüchlich: Einerseits schmückt sich die Kanzlerin auf dem Integrationsgipfel mit Projekten der Sozialen Stadt. Andererseits wird gleichzeitig das Programm zusammengestrichen. Insofern bin ich skeptisch, dass wir kurzfristig eine Änderung der Haltung des Bundes erreichen. Wichtig ist mir, dass wir die Bedeutung und Erfolge des Berliner Quartiersmanagements weiterhin kommunizieren. Das Programm ist unentbehrlich – in seiner gesamten inhaltlichen Breite.

Die Fragen stellten Ulli Lautenschläger und Claudia Mattern
(in gekürzter Version erschienen in der Körnerpost. Quartierszeitung für den Körnerpark, 59. Ausgabe, März 2012)

2 Comments so far. Join the Conversation
Share this by email. Share on Facebook! Share on LinkedIn! Tweet this! RSS 2.0 TOP

Gegen soziale Kälte und für die Soziale Stadt: Der Hattersheimer Strickmob. Foto: Stadt Hattersheim am Main/Öffentlichkeitsarbeit

 

Eine schöne Idee aus dem hessischen Hattersheim: Der “Strickmob” soll helfen, das Stadtteilbüro und das Programm über das Jahr 2012 hinaus zu sichern. Jede/r kann mitmachen!

Am 9.2.2012 stellten Bürgermeisterin Antje Köster und Heike Bülter vom Stadtteilbüro der Caritas Main-Taunus mit Strickzeug in der Hand ihre Initiative vor. Wem das Stadtteilbüro am Herzen liegt, der oder die strickt, was das Zeug hält, lautet die Aufforderung. Zeit zum Stricken bleibt bis zum 16. März. Dann wird aus den Einzelteilen ein langer, wärmender Schal zusammengefügt, der als sichtbares Zeichen des Zusammenhalts die Fassade eines Stadtteiltreffs umschlingen wird. Der „Strickmob“ endet in einer Diskussionsveranstaltung mit Rahmenprogramm.

“Die Zukunft des Stadtteilbüros und der Sozialen Stadt Hattersheim hängt am seidenen Faden. Landesregierung und Bundesregierung wollen uns fallen lassen. Die Gemeinwesenarbeit soll nicht weiter gefördert werden. Aber wenn das soziale Netz dünner wird, müssen wir erst recht feste stricken, damit niemand durch die Maschen fällt!”, so die Bürgermeisterin.

Damit niemand durch die Maschen fällt. Foto: Stadt Hattersheim am Main/Öffentlichkeitsarbeit

Im Mai 2011 hatte sich Hattersheim mit zahlreichen anderen hessischen Kommunen sowie den freien Wohlfahrtsverbänden zum „Bündnis für eine Soziale Stadt“ zusammengeschlossen. Denn im Bundesetat 2012 stehen für das Programm – und zwar ausschließlich für Bauinvestitionen – nur noch 40 statt zuvor 95 Millionen Euro zur Verfügung.

„Das heißt für Kommunen wie Hattersheim, deren Programmlaufzeit beendet ist, gäbe es keine Möglichkeit der Anschlussförderungen. Wir würden also durch die Maschen des Förderprogramms fallen und könnten unser Erfolgsprojekt mit den Menschen aus der Hattersheimer Siedlung nicht fortsetzen“, erklärt Bürgermeisterin Köster. „Nicht nur durch Appelle sondern gerade durch Aktionen wie diese müssen wir die Entscheidungsträger in der Landes- und Bundespolitik von der Bedeutung der nachhaltigen Förderung von Stadtteilen mit besonderem Entwicklungsbedarf überzeugen.“

Mitmach-Infos gibt es hier und auf der Webseite der Sozialen Stadt Hattersheim.

Anne Wispler /PM Hattersheim

1 Kommentar. Beteiligen Sie sich an der Diskussion
Share this by email. Share on Facebook! Share on LinkedIn! Tweet this! RSS 2.0 TOP

Auf dem Kongress des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung am 13.12.2011 ging es um die „Integration von Menschen mit Migrationshintergrund“ und die Rolle der Stadtentwicklungspolitik dabei. Mal abgesehen davon, wer sich eigentlich wo integrieren sollte, war damit das eigentliche Problem auf dem Tisch: „Wie geht es weiter mit der Integration im Stadtteil, wenn gerade die Integrationsprojekte weggekürzt werden?“

Mit den Haushaltsbeschlüssen des Bundestages wurden trotz zahlreicher Proteste nicht nur die Mittel stark gekürzt, sondern vor allem Integrations- und Bildungsprojekte wurden auf Betreiben der Bundesregierung aus dem Programm „Soziale Stadt“ genommen. Gleichzeitig schmückt man sich aber gerne mit den tollen Erfolgen und Maßnahmen, mit den „Stadtteilmüttern“ beispielsweise, die als Leuchtturm der Integration durch alle Medien geistern.

Hört auf mit Integration!

Schon der enge Integrationsbegriff brachte einige der Kongressbesucher/innen auf die Palme (= Pflanze mit Migrationshintergrund). Sie arbeiten seit Jahren gut qualifiziert in multikulturellen Teams und sind es leid, auf die Herkunft ihrer Eltern reduziert werden. Die Praktiker/innen vor Ort bekommen beim Wort „Integration“ Zustände. Es klingt wie die Hintergrundmusik zu Sarrazins Thesen und zu all den Klischees, denen die meist hier geborenen Gastarbeiterkinder zu entfliehen suchen. Muss man über die türkische Küche fachsimplen können, nur weil man einen türkischen Nachnamen hat? Wie fühlt es sich an, wenn man weiß, dass man der/die Alibi-Migrant/in im Team ist, damit nach außen Interkulturalität demonstriert werden kann?

Teilhabe statt „Integration“

Zugegeben, es gibt sie noch, die Integrationsprobleme. Das Ankommen in der neuen Heimat hat auch damit zu tun, ob man hier sein und mitspielen will. Und ob man sich willkommen und respektiert fühlt. Dennoch: Die Linie verläuft mittlerweile doch mehr zwischen Arm und Reich, den Gebildeten und den so genannten „Bildungsfernen“ (auch so ein schönes Wort), der letzte OECD-Bericht bescheinigt Deutschland das weitere Auseinanderdriften von Gutverdienern und armen Schluckern.

Wenn im Zusammenhang von Stadtentwicklung von „Integration“ gesprochen wird, geht es nicht um die Zugewanderten, die sich in kurzer Zeit das aneignen können, was sie brauchen, um in der neuen Umgebung zu gedeihen und ihren Platz zu finden. Solche Neuzugänge werden als Bereicherung empfunden. Die anderen, um die es hier geht, werden dorthin gespült, wo schon die anderen Verlierer sind: In das heruntergekommene Viertel und in den Hartz-IV-Bezug.

Prof. Dr. Roland Roth von der Hochschule Magdeburg/Stendal brachte es in der Diskussion auf den Punkt: Es braucht Strategien und Taten statt Bekenntnisse. Und es braucht echte Teilhabe vor Ort, im Stadtteil, bei den Projekten. Schon länger sorgt sich Roth um die Zukunft unserer Demokratie, denn bürgerschaftliches Engagement setzt voraus, dass man eingebunden und geschätzt wird. Experten wie Roth warnen deshalb: Wo die Bürgerschaft, der Mittelstand, auch die Gebildeten weniger werden, ist letztendlich auch die Demokratie gefährdet.

Bildung ist der Schlüssel

Neben einer ernst gemeinten Teilhabe wird Bildung von den Fachleuten allgemein als Schlüssel der Integration erkannt. Ulrich Ernst, Dezernent für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Sport, berichtete aus Mülheim. Die Stadt im Ruhrpott hat einerseits eine relativ hohe Beschäftigung, gebildete Einwohner/innen und attraktive Wohnlagen. Dagegen konzentrieren sich die klassischen Probleme in einigen innerstädtischen Quartieren. Bei einer Untersuchung kam jetzt heraus, dass es sich lohnt, z.B. die Erfolge jeder Kita genauer zu analysieren. Optimale frühkindliche Bildung scheint sehr stark von der Qualität der einzelnen Einrichtung abzuhängen. Aus den Erkenntnissen müssen dann natürlich auch konkrete Vorgaben entwickelt werden.

Neben Bildung wurde, wie zu erwarten, auch immer wieder eine bessere Kooperation der Fachverwaltungen gefordert, die immer noch zu wenig sozialräumlich ausgerichtet seien. Damit einhergehen sollte natürlich auch eine optimierte Bündelung von Mitteln zugunsten der betroffenen Stadtteile.

Ausblick

Die Vertreterin des Ministeriums, Oda Scheibelhuber, Abteilungsleiterin im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, hielt das Schlusswort: „Wir haben Ihnen aufmerksam zugehört und die guten Beispiele mit großem Respekt zur Kenntnis genommen.“ Ihre Mitarbeiter/innen seien nicht für die Kürzungen gewesen. Die Beschneidung des Programms sei vielmehr auf „Vorbehalte in Teilen des Parlaments“ zurück zu führen, formulierte sie vorsichtig.

Vor dem Hintergrund der jüngsten Bedrohungen von rechts und der demografischen Entwicklung, so Scheibelhuber, sei es geradezu eine „patriotische Pflicht“, die Integration im Stadtteil und überall zu fördern.

Auch ermutigte sie die Anwesenden, sich unbedingt weiter für die „Soziale Stadt“ stark zu machen. Der politische Druck von unten habe bereits gewirkt und Schlimmeres verhindert.

Angesichts des Scherbenhaufens, den die Sparpolitik zu Lasten der Integrationsprojekte angerichtet hat, möchte man das gerne hoffen.

Noch etwas zum wunderschönen Ambiente des Kongresses im Heimathafen Neukölln. Als ich im Sommer zum letzten Mal hier war, erschien Thilo Sarrazin mit Freunden zu einer Vorstellung von „Arab Queen“. Das nenne ich integriert!

Anne Wispler

3 Comments so far. Join the Conversation
Share this by email. Share on Facebook! Share on LinkedIn! Tweet this! RSS 2.0 TOP

Im Auftrag der Abteilung Wirtschafts- und Sozialpolitik der Friedrich-Ebert-Stiftung,  Gesprächskreis Migration und Integration, hat Thomas Franke (Deutsches Institut für Urbanistik) im November 2011 eine Expertise zu den Auswirkungen der Mittelkürzungen und Umstrukturierungen beim Programm Soziale Stadt erstellt.
Über die Internetseiten der Friedrich-Ebert-Stiftung können Sie das Fachgutachten herunterladen (PDF 645 kb) – hier ein Auszug aus der Einführung zur Studie:

„Für das Haushaltsjahr 2011 wurden die Bundesmittel im Bund-Länder-Programm ‘Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – Soziale Stadt’ von zuvor rund 95 Millionen Euro auf nunmehr knapp 29 Millionen Euro reduziert. Außerdem können aus dem Programm keine Modellvorhaben im sozial-integrativen Bereich mehr finanziert werden; diese Möglichkeit bestand ab dem Programmjahr 2006 und wurde durch eine Aufstockung der Bundesmittel ermöglicht. Förderfähig waren Maßnahmen und Projekte in Gebieten der Sozialen Stadt in den Bereichen Spracherwerb, Verbesserung von Schul- und Bildungsabschlüssen, Betreuung von Jugendlichen in der Freizeit, Lokale Ökonomie. Die Programmmittel sollen nur noch für baulich-investive Maßnahmen und Projekte eingesetzt werden; eine Umverteilung von Mitteln aus anderen Städtebauförderungsprogrammen zugunsten der Sozialen Stadt ist nicht mehr möglich.
Vor dem Hintergrund dieser Kürzungen beauftragte das Forschungsinstitut der Friedrich-Ebert-Stiftung das Deutsche Institut für Urbanistik mit der Erstellung des vorliegenden Fachgutachtens zu den Auswirkungen der Kürzungen im Programm. [...]

Für die zusammenfassende analytische Darstellung von Programmgrundlagen und -entwicklungen (Kapitel 1 und 2) wurde das umfangreiche Datenmaterial der beim Difu angesiedelten Bundestransferstelle Soziale Stadt genutzt (Dokumentenanalyse).
Einschätzungen zu den Auswirkungen der Mittelkürzungen (Kapitel 3 und 4) sowie die exemplarische Darstellung von Möglichkeiten des Umgangs mit den veränderten Rahmenbedingungen (Kapitel 5) basieren auf den Ergebnissen von leitfadengestützten, telefonisch durchgeführten Experteninterviews. Befragt wurden Programmverantwortliche aus fünf Bundesländern (Bayern, Berlin, Brandenburg, Nordrhein- Westfalen, Saarland) und elf Kommunen (Gelsenkirchen, Flensburg, Greifswald, Hamm, Hannover, Leipzig, Mannheim, Marburg, Mainz, Nürnberg, Saarbrücken). An den Gesprächen mit Vertreterinnen und Vertretern der Landesebene waren im Falle Bayerns und Berlins je zwei Interviewpartner beteiligt. Aus der Reihe der in die Untersuchung einbezogenen Kommunen sticht Flensburg heraus; hier wurden die Interviewfragen schriftlich von dem im Programmgebiet tätigen Sanierungsträger beantwortet (siehe Liste der Interviewpartnerinnen und Interviewpartner sowie Interviewleitfäden im Anhang). Ergänzend wurden Gespräche mit Verantwortlichen für drei Projekte aus dem sozial-integrativen Bereich geführt.
Dabei liegt es auf der Hand, die Interviewergebnisse allein aufgrund der vergleichsweise geringen Anzahl von Gesprächen nicht als repräsentative Aussagen, sondern vielmehr als Trends betrachten zu müssen, die jedoch in ihrer Zusammenschau bei aller Ausschnitthaftigkeit ein vergleichsweise komplexes Bild der Programmsituation im Jahr 2011 zeichnen. Die zentralen Ergebnisse der Interviews und der Dokumentenanalyse fließen in eine zusammenfassende Betrachtung des Status Quo der Sozialen Stadt ein (Kapitel 6), und in Kapitel 7 werden schließlich Handlungsempfehlungen für eine künftige integrierte Entwicklung benachteiligter Stadtteile formuliert.“

(text/grafik: „Auswirkungen der Mittelkürzungen im Programm Soziale Stadt: Sind die Entwicklung benachteiligter Stadtteile und lokale Integrationsprozesse gefährdet?“ – Expertise von Thomas Franke im Auftrag der Abteilung Wirtschafts- und Sozialpolitik der Friedrich-Ebert-Stiftung,  Gesprächskreis Migration und Integration, Bonn, 2011, WISO-Diskurs)

Schreiben Sie den ersten Kommentar
Share this by email. Share on Facebook! Share on LinkedIn! Tweet this! RSS 2.0 TOP