Gesunde Städte Deutschlands schließen sich dem Bündnis für eine Soziale Stadt an!

Von Wispler. Abgelegt unter Allgemein  |   
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Das Gesunde Städte-Netzwerk der Bundesrepublik Deutschland hat auf dem Symposium am 20.05.2011 in Bad Honnef folgenden Appell verabschiedet:

Bei den Gesunden Städten Deutschlands stoßen die erheblichen Mittelkürzungen im Rahmen der Städtebauförderung und des Programms Soziale Stadt durch den Bund auf völliges Unverständnis.

Von etwa 534 Millionen Euro im Bundeshaushalt 2010 ist die Städtebauförderung 2011 auf 455 Millionen Euro gekürzt worden. Das sind knapp 80 Millionen Euro. Der größte Teil der Einsparungen wurde beim Soziale Stadt-Programm vorgenommen. Dieses Programm wurde in 2011 um 70 % gekürzt. Gänzlich gestrichen wurden dabei die Modellvorhaben, mit denen insbesondere sozial-integrative Maßnahmen in den Gebieten der Sozialen Stadt gefördert werden konnten.

Jetzt drohen weitere Einschnitte. Diese reduzierte Summe soll in 2012 noch einmal massiv auf 266 Millionen Euro herunter gespart werden. Das wäre wahrscheinlich für die Soziale Stadt ein weiterer Kahlschlag, der Länder und Kommunen vor allem aber die Bürgerinnen und Bürger in den benachteiligten Quartieren massiv treffen würde.
Wissenschaftlich unbestritten gibt es Zusammenhänge zwischen der sozialen Lage und Gesundheitsproblemen: Der vergleichsweise niedrige Lebens- und Wohnstandard, die häufig überdurchschnittliche Umwelt- und Verkehrsbelastung sowie weitere sozialstrukturell bedingte Probleme wie niedriges Bildungsniveau und Berufsqualifizierung können sich negativ auf die gesundheitliche Situation und die Lebenserwartung der Bewohnerinnen und Bewohner ressourcenschwächerer Stadtteile auswirken.

Angesichts des demografischen Wandels werden Stadtentwicklungs- und Gesundheitsförderungsaufgaben
weiter wachsen. In jedem Lebensalter treten verstärkt Fehlernährungen, Bewegungsmangel oder psycho-soziale Auffälligkeiten auf.

Häufig sind die persönlichen, sozialen und ökonomischen Ressourcen zur Bewältigung gesundheitlicher Belastungen auf Grund persönlicher Erfahrungen und Lebensmuster der Menschen in diesen Stadtgebieten begrenzt. Deshalb haben ressourcenschwächere Bürgerinnen und Bürger einen höheren Bedarf an Information, an Leistungen des medizinischen Versorgungssystems sowie an sozialen Unterstützungen.

Die Länder und Kommunen versuchen seit Jahren gerade in ressourcenschwächeren Stadtgebieten über integrierte Handlungskonzepte, Aufwertungsprozesse und der Kooperation mit der Stadtteilgesellschaft zu dauerhaften positiven Ergebnissen zu kommen. Die Entwicklung von Lebensqualität in diesen Stadtgebieten ist eine große Herausforderung, deren Gelingen für das Zusammenleben und die soziale Stabilität in der ganzen Stadt von großer Bedeutung ist. Die Gesundheitsförderung und Prävention haben hierbei eine herausragende und strategische Bedeutung: ihr zentrales Ziel – Verbesserung der Lebensbedingungen und -chancen in ressourcenschwächeren Quartieren – ist ohne eine deutliche Senkung der Gesundheitsrisiken und den Aufbau gesundheitsfördernder Kompetenzen und Strukturen schwerlich zu erreichen.

Diese anspruchsvollen Aufgaben gibt es nicht umsonst! Wir fordern den Bund auf, die Bürgerinnen und Bürger in Ländern und Kommunen nicht alleine zu lassen mit dem wichtigen Thema der sozialen und gesundheitsfördernden Stadtentwicklung! Die Gesunden Städte Deutschlands fordern den Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung auf, die für 2011 vorgenommenen Kürzungen der Städtebauförderungsmittel zurückzunehmen.

Insbesondere fordern die Gesunden Städte Deutschlands, das Programm Soziale Stadt im Jahre 2012 wieder auf dem Niveau des Jahres 2010 zu fördern, d. h. Anstatt der derzeit 28 Millionen Euro wieder mit 95 Millionen Euro.
Die Gesunden Städte Deutschlands repräsentieren derzeit rund 70 Städte, Kreise und Regionen, in denen etwa 22 Millionen Bundesbürgerinnen und -bürger leben. Diese Kommunen haben sich darauf verständigt, Gesundheitsförderung und Prävention als wichtiges Handlungsfeld umzusetzen. Dafür werden entsprechende Handlungskonzepte, Strukturen und gesundheitsfördernde Maßnahmen entwickelt. Die Kooperation mit Bürgerinnen und Bürgern hat eine hervorgehobene Bedeutung.

Kontaktadresse:
Gesunde Städte Sekretariat c/o Gesundheitsamt der Stadt Münster Stühmerweg 8
48127 Münster

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