Theorie

In den derzeit 34 Berliner Quartieren der „Sozialen Stadt“ (Stand: Juni 2011) – den Quartiersmanagement-Gebieten – werden hunderte Maßnahmen umgesetzt, um Bildung, Chancengleichheit und Hilfe zur Selbsthilfe zu ermöglichen.

Quartiersmanagement soll helfen, „Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf“ zu stärken und so einem weiteren sozialen Abstieg dieser Kieze entgegen zu wirken. Zentral ist hierbei die Aktivierung der Bewohner, die dabei unterstützt werden sollen, sich selbst um ihre Nachbarschaft zu kümmern.

Dazu gehört auch die Entscheidung über Fördermittel: Gewählte Quartiersräte aus Bürgern und Initiativen bestimmen ehrenamtlich als „Fachleute für ihren Kiez“ mit über den Einsatz der Soziale-Stadt-Gelder.
Während in den ersten Förderjahren seit Start der Programms im Jahr 1999 ein großer Anteil der Mittel in bauliche Maßnahmen floss, hat sich der Schwerpunkt in vielen QM-Gebieten inzwischen in Richtung der „sozialen“ Bereiche wie Bildung, Integration, soziale Infrastruktur oder Kultur verschoben. Die Investition in die Menschen anstatt in Gebäude ist dabei zum Markenzeichen der „Sozialen Stadt“ geworden und hat sich bewährt.

Nach der Kürzung der Städtebaufördermittel für das Jahr 2011 von 600 Millionen Euro auf 455 Millionen Euro sieht der jetzige Haushaltsentwurf der Bundesregierung entgegen aller Experten-Empfehlungen für 2012 nach vorläufigen Informationen eine weitere Beschneidung auf 266 Millionen Euro vor.
Dazu kommt, dass die verbleibenden Soziale-Stadt-Mittel nach Maßgabe von Bundesbauminister Ramsauer seit dem Jahr 2011 ausschließlich für investive – also Bau-Projekte – verwendet werden sollen und ein Ausgleich der fehlenden Mittel für den sozialen Bereich aus anderen Sparten der Städtebauförderung ausdrücklich ausgeschlossen ist.

Das wäre das Aus für zahlreiche erfolgreiche Projekte und soziale Netzwerke und erscheint gerade deswegen so kurz gedacht, weil durch die Gelder der „Sozialen Stadt“ vor allem ehrenamtliches Engagement gefördert wird.
Für das Jahr 2011 hat das Land Berlin die fehlenden Mittel aus eigener Tasche ergänzt. Doch ob und wie die fehlenden Bundesmittel in den kommenden Jahren kompensiert werden können, ist völlig unklar.

Dagegen wehren wir uns!

Helft mit, die bisherige erfolgreiche Arbeit der „Sozialen Stadt“ aufrecht zu erhalten!
Gegenwärtig laufen die Beratungen zur Aufstellung des Bundeshaushaltes für das Jahr 2012. Wir zählen auf Euch und Eure Aktionen.

Weiterführende Links:
Quartiersmanagement Berlin
Soziale Stadt Bundestransferstelle
Blog „Rettet die Soziale Stadt“ – worum es geht


Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*